Förderverein Wollspinnerei Blunck  
 
 
 
 
     
 
Wollspinnerei Blunck
   
 
   
 
   
 
     
 

AKTUELLES

 
 

Rainer Buchholz und H.-F. Blunk

Rainer Buchholz (links) und Hans-Friedrich Blunk (rechts) mit
dem wiederentdeckten Werbeschild

An dem Nachmittag wurde nicht nur über die Wollverarbeitung gefachsimpelt, sondern Herr Buchholz und Herr Blunk tauschten sich auch über die interessante Geschichte der beiden Familien aus.

Die Geschichte des Unternehmens Buchholz, das heute in der 4. Generation geführt wird, begann 1880, als Martin Buchholz am 1. April eine „Färberei, chemische Waschanstalt und Stoffdruckerei“ in der Mühlenstraße in Bad Oldesloe gründete. Zuvor war der Firmengründer mit seinem Handwagen über Land gezogen, um Kleider und Rohwolle bei den Bauern zum Färben abzuholen.

Damals war das Färben von Wolle noch der Schwerpunkt der neugegründeten Firma. Geld wurde dafür nicht genommen, es wurde mit einem Anteil der Rohwolle entlohnt. Diese ließ Martin Buchholz bei der Wollspinnerei & Strickerei Blunck in Bad Segeberg spinnen. Auch Blunck bekam kein Geld – sein Lohn war wiederum ein Teil der eingefärbten Wolle. Das eingefärbte Wollgarn ließ Buchholz dann auch bei Blunck zu Strümpfen und Jacken verarbeiten. Als Gegenleistung nahm er Färbeaufträge der Spinnerei entgegen. Die Fertigware wurde dann bei Buchholz in Laden in Bad Oldesloe verkauft.

In den 20. und 30. Jahren des 19. Jahrhunderts verlagerte sich das Geschäft der Firma Buchholz mehr und mehr in den Bereich der chemischen Reinigung und der Wäscherei.

Kurz nach dem 2. Weltkrieg blühte die Färberei wieder auf. Daran kann sich auch die heute 91-jährige Elisabeth Blunk, die 1940 in das Geschäft ihrer Eltern in Bad Segeberg eintrat, noch lebhaft erinnern. In Zeiten des Mangels wurden die nun überflüssigen grau-grünen Militärmäntel braun, blau oder schwarz gefärbt, um sie zivil weitertragen zu können. Bis Anfang der 50ziger Jahre bestand noch die intensive Zusammenarbeit zwischen den beiden Traditionsbetrieben. Mit dem Wirtschaftswunder kamen lauter neue Textilien auf den Markt, die Menschen wollten lieber immer wieder etwas Neues tragen und so kam das Färben aus der Mode. 1963 stellte die Firma Buchholz die Färberei ganz ein. Heute ist das Unternehmen einer der größten Textilreinigungsbetriebe in Norddeutschland. Und eine Filiale liegt ganz in der Nähe der Wollspinnerei Blunck in der Kurhausstraße in Bad Segeberg.