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Neuengörser Landfrauen sind nicht aus Zucker!
...und das Museum nicht von 1606!

Der Landfrauenverein Neuengörs und Umgebung e. V. ließ sich durch Regen nicht von seiner traditionellen Frühjahrsradtour abhalten. 15 sportliche Mitglieder des Vereins machten sich bei leicht bewölktem Himmel pünktlich wie immer an der Neuengörser Osterkirche auf ihre etwa 30 km lange Tour. Auf romantischen und kaum befahrenen Nebenwegen gelangten sie über Mielsdorf, Weede und Christiansfelde in etwa einer Stunde zum Zwischenziel – dem Museum Alt-Segeberger Bürgerhaus.

Kurze Trinkpause bei Weede


Dort angekommen, stießen 5 weitere Mitglieder des Vereins zur Gruppe und alle wurden auf unterhaltsame und sehr sachkundige Weise von Museumsleiter Nils Hinrichsen durch das neu konzeptionierte Museum geführt. Er berichtete von einer spannenden Geschichte dieses noch älter als bisher geglaubten Hauses. Seit der Gründung des Museums war nämlich an der restaurierten Fassade – dem Prachtgiebel – „ANNO DOM. 1606“ zu lesen. Doch dieses Haus ist, wie Hinrichsen akribisch recherchiert hatte, noch beinahe 70 Jahre älter. „Wenige Jahre nach dem verheerenden Stadtbrand von 1534 war dieses Haus als eines der ersten Wohnhäuser Segebergs bereits wieder aufgebaut“ betonte er.

Ein Forschungsprojekt im Jahr 2012 ergab, dass die meisten Eichen, die für den Bau dieses Hauses verbaut wurden, bereits im Winter 1540/41 geschlagen wurden. Diese erste Spur brachte den Historiker auf eine weitere Idee, die zwar aufwendig aber von Erfolg gekrönt war. Nun steht fest: Das Alt-Segeberger Bürgerhaus wurde im Jahr 1541 gebaut. Und das Holzschild am Giebel wurde inzwischen durch ein neues ersetzt.

Während die Landfrauen dieser spannenden Geschichte lauschten, prasselte draußen bereits ein heftiger Schauer nieder. Und der nächste lief den Damen wenig später über den Rücken, als ihnen nämlich gleich nach dem Start zur zweiten Etappe sprichwörtlich die Luft wegblieb. Die Luft aus einem der 15 Hinterreifen. Alles Pumpen half nichts - es musste repariert werden.

Das Glück im Unglück war zum einen der Ort des Geschehens. Denn der Weg zur nächsten Fahrradwerkstatt war nicht weit. Und auch der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt werden können - es zischte zur besten Ladenöffnungszeit. Die Gruppe teilte sich an dieser Stelle und zwei Radlerinnen brachten den kaputten Drahtesel in die Fahrradwerkstatt Wiencke in der Hamburger Straße, während der Rest der Gruppe weiterfuhr. In einer Rekordzeit von 9 Minuten wechselte Fahrradfachmann André Schröder dort den Schlauch des Hinterrades aus. Diese Zeit reichte leider nicht aus, um die Regenwolke vorüberziehen zu lassen. Die Fahrt musste in strömendem Regen fortgesetzt werden.


Nächstes Ziel: „Landcafé zu den Linden“ in Mözen. Völlig durchnässt angekommen stärkten sich die Damen mit einem leckeren Stück Torte und wärmten sich an heißem Kaffee, bevor es auf den „letzten Teil der Reise“ – dem nach Hause – ging. Es hatte sich leider eingeregnet, aber die Neuengörser Landfrauen sind ja bekanntlich nicht aus Zucker.

Text und Fotos: Karen Birkner